Mon plus grand désir d'acteur ?

C'est de faire des films destinés à faire rire les enfants et les parents à la fois dans ce monde trop triste !

… Mein größter Wunsch als Schauspieler? Filme zu machen, die Kinder und Eltern zugleich in dieser so traurigen Welt zum Lachen bringen ...

Louis de Funès, einer der größten Komiker Frankreichs, wäre am 31. Juli 2004 90 Jahre alt geworden. Der kleine, hektische Schauspieler mit Glatze, Hakennase und urkomischen Wutausbrüchen spielte sich in den 60er- und 70er-Jahren in die Herzen der Zuschauer Frankreichs und der ganzen Welt.

Louis Germain de Funès de Galarza, wie er mit vollständigem Namen hieß, wurde in Courbevoie (Hauts de Seine) geboren. Seine Eltern stammten aus Spanien und waren kurz vor seiner Geburt nach Frankreich emigriert. Louis kam als jüngstes von drei Kindern zur Welt. Seinen Bruder verlor er 1939 bei einer deutschen Offensive, auch seine Schwester, die Mine genannt wurde, verstarb zeitig.

Als Louis zehn Jahre alt war, verschwand sein Vater für längere Zeit nach Venezuela, um Smaragde zu suchen. Der Junge hatte wenig Kontakt zu ihm. Sein Vater kehrte aus Südamerika mit Tuberkulose zurück und verstarb in Spanien.

Beim Militär wurde der 1,64 m kleine Funès ausgemustert. In den folgenden Jahren hielt er sich mit Gelegenheitsjobs wie Buchhalter, Dekorateur und Fotograf über Wasser. Nur seine Zeit als Jazz-Pianist ab Mitte der 30er hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck. Er war in diesem Metier sogar ziemlich erfolgreich. Die Barbesitzer dienten dem Schauspieler später dann oft als Modell für seine Rollen.

1936 heiratete Louis zum ersten Mal und wurde wenig später Vater. Allerdings hielt die Ehe auf Grund fehlender Gemeinsamkeiten nicht lange. Da er mit seinem kleinen Gehalt als Klavierspieler kaum über die Runden kam und von einer Kino- und Theaterkarriere träumte, begann Louis 1941, Schauspielunterricht bei René Simon zu nehmen. Zunächst ergatterte er einige Statistenrollen. Einige Male durfte er sogar ein paar Sätze sprechen.

1943 dann das private Glück: Louis de Funès, der selbst aus einer alten Adelsfamilie Sevillas stammte, heiratete Jeanne Barthélemy, die Nichte der Comtesse de Maupassant, der Schloss Clermont au Cellier gehörte. 1944 wurde Patrick de Funès geboren, 1947 kam Olivier zur Welt. Er war später in verschiedenen Filmen – auch an der Seite seines Vaters - zu sehen. Jedoch ergriffen beide Söhne letztendlich keine künstlerischen Berufe: Olivier wurde Pilot bei Air France Europe, sein älterer Bruder Patrick Arzt.

1945 gab Louis de Funès sein Kinodebüt in einer kleinen Nebenrolle in "Wenn der Himmel versagt". Nach einigen Kabarettrollen übernahm Louis de Funès 1952 dann auch ernsthafte Theater-Engagements. Schon bald stellte sich der Erfolg ein (z. B. 1961 mit "Oscar"). Sein endgültiger Durchbruch im Kino gelang ihm Mitte der 50er-Jahre in "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht in Paris" an der Seite von Jean Gabin und Bourvil. Hier hatte Louis erstmals Gelegenheit, sein komödiantisches Talent voll auszuspielen. Zuvor war er des Öfteren in ernsten Rollen, z. B. in Jean Drévilles "Bartholomäusnacht" (1954), zu sehen gewesen.

Von nun an ging es steil bergauf. Es folgten Komödien wie "Fisch oder Fleisch" (1957), "Fracasse, der freche Kavalier" (1961) und der Krimi "Der Teufel und die Zehn Gebote" mit Alain Delon, Henri Tisot, Charles Aznavour, und Lino Ventura. 1963 stand dann endlich Louis' Name auf den Filmplakaten zu "Pouic-Pouic" ("Quietsch ... quietsch ... wer bohrt denn da nach Öl?") ganz oben.

International bekannt wurde Louis als Neurotiker in "Balduin, der Geldschrankknacker", den "Fantomas"- und "Gendarm"-Filmreihen. Die Figur des übereifrigen Polizisten Ludovic Cruchot in "Der Gendarm von Saint-Tropez" (1964) diente Louis als Vorlage für seine zukünftigen Rollen. Über die Jahre hinweg gelang es ihm, diesen Filmcharakter immer weiter zu perfektionieren. Dabei kamen ihm seine Kindheitserinnerungen zugute. Als Vorbild diente ihm hauptsächlich seine cholerische, charakterstarke spanische Mutter, die von ihrer Wut oft fast aufgefressen wurde. Ihr Sohn imitierte ihre Gestik und Grimassen und brachte ein Millionen-Publikum zum Lachen.

Auch in seinen folgenden Komödien sorgte der umtriebige Schauspieler für Spaß und Spannung. 1964 spielte er wieder mit Bourvil in der Komödie "Louis, das Schlitzohr", zwei Jahre später in "Die große Sause". Der Erfolg des Gespanns Bourvil/de Funès war in jenen Jahren geradezu legendär. Beide Komödien lockten allein in Frankreich 11 bzw. 17 Millionen Zuschauer in die Kinos.

Auch in den turbulenten "Fantomas"-Filmen (1964-1966) sorgte Louis als leicht aufgebrachter und tollpatschiger Kommissar Juve für Wirbel. 1968 wurde der Star zum beliebtesten Schauspieler Frankreichs gekürt. Das Publikum verehrte ihn in der Rolle des schnell verärgerten, cholerischen Spießers, den er immer wieder aufs Neue erfand und der aus allen Gesellschaftsschichten stammen könnte.

Auch Funès' Leidenschaft fürs Theater erlosch nicht, nachdem er ein großer Filmstar geworden war. 1971 und 1972 trat er wieder in "Oscar" auf, 1973 war er zum letzten Mal auf der Bühne in einem Stück von Jean Anouilh, "La Valse des Toréadors", zu sehen.

Zwei Jahre später dann der Schock: Louis de Funès erlitt einem Herzanfall und dachte darüber nach, seine Karriere zu beenden. Produzent Christian Fechner ist es zu verdanken, dass Louis noch in sechs weiteren, sehr erfolgreichen Filmen mitspielte. 1976 fing er wieder an zu drehen, allerdings waren immer ein Herzspezialist und ein Krankenwagen am Set.

Sein Rollenspektrum reichte vom antisemitischen Großindustriellen in "Die Abenteuer des Rabbi Jacob" (1973) über den bösartigen Restaurantkritiker in "Brust oder Keule" (1976) bis zu verschiedenen Varianten unsympathischer, spießiger Kleingeister. Seine Filme leben von der Situationskomik, hohem Tempo, Kalauern und "Filmklamotten"-Gags. Es entstanden ebenso unvergessliche Filme wie "Der Querkopf (1977), "Louis unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen" (1978), "Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe" (1981) und "Louis und seine verrückten Politessen" (1982).

Die Drehbücher für seine späteren Spielfilme verfasste er meistens selbst. Ein besonderes Glanzstück gelang ihm – im französischen Original – mit der Molière-Verfilmung von Jean Girault: "Louis, der Geizkragen" (1980). Hier kam Louis' Gespür für feine komödiantische Porträts zum Ausdruck.

1980 wurde Louis de Funès mit dem "César d'Honneur" ("Ehren-Cäsar") für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Trophäe nahm er aus den Händen von Jerry Lewis entgegen.

Am 27. Januar 1983 erlag der kleine große Mann in Nantes einem Herzanfall.