Von "Mad Max" zu einem der größten Kinostars: Gibson war der erste "Sexiest Man Alive" der Zeitschrift "People" und ist heute vorrangig als Regisseur und Produzent tätig.
Mel Gibson inszenierte und produzierte das weltweite Box-Office-Phänomen DIE PASSION CHRISTI ("The Passion of the Christ", 2004) und schrieb auch am Drehbuch mit. Der erfolgreichste Independentfilm der Kinogeschichte spielte weltweit über 600 Millionen Dollar ein. 1995 war Gibson Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller des Kritiker- und Kassenhits BRAVEHEART ("Braveheart"), der für zehn Oscars nominiert wurde und fünfmal den begehrten Preis erhielt, darunter auch in den Kategorien Bester Film und Bester Regisseur. Darüber hinaus bekam Gibson einen Golden Globe als Bester Regisseur und die Auszeichnung Special Achievement in Filmmaking, vergeben vom National Board of Review. Außerdem wählte ihn die National Association of Theater Owners bei der ShoWest zum Regisseur des Jahres und die Broadcast Film Critic's Association zum Besten Regisseur. Schließlich wurde er auch von der Director's Guild of America für den David Lean Award for Direction und für Outstanding Directorial Achievement in Motion Pictures nominiert.
Mel Gibson wurde als sechstes von elf Kindern in Hudson Valley, nördlich von New York geboren und wanderte im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie nach Australien, in die Metropole Sydney aus. An der University of New South Wales besuchte er das National Institute of Dramatic Arts (NIDA) und spielte unter anderem den Biff in Arthur Millers Kassiker "Tod eines Handlungsreisenden" ("Death of a Salesman"). Durch seine Leistungen am Theater fiel er dem Ex-Mediziner und künftigem Filmregisseur George Miller auf, der ihm die Titelrolle in seinem Low Budget-Actionthriller MAD MAX ("Mad Max", 1979) gab, der sich weltweit zu einem Überraschungshit entwickelte. Im gleichen Jahr spielte er in dramatischem Gegensatz dazu die sanfte, geistig behinderte Titelfigur in Michael Pates Drama TIM ("Tim", 1979). Für diese Rolle wurde er vom Australian Film Institute als Bester Schauspieler des Jahres ausgezeichnet. Weitere Schritte auf dem Weg zum internationalen Star waren Peter Weirs Kriegsdrama GALLIPOLI ("Gallipoli", 1981), für das er erneut zum Besten Schauspieler des Jahres gewählt wurde, sowie George Millers Actionsequel MAD MAX II – DER VOLLSTRECKER ("Mad Max 2 - The Road Warrior", 1981), das in den USA von Warner Brothers verliehen wurde.
Gibson festigte seinen Ruf, als er ein zweites Mal mit Peter Weir zusammenarbeitete und für dessen Politdrama EIN JAHR IN DER HÖLLE ("The Year of Living Dangerously", 1982) vom Australian Film Institute erneut als Bester Schauspieler des Jahres vorgeschlagen wurde. Nach diesem Erfolg feierte er sein Hollywooddebüt an der Seite von Sissy Spacek in Mark Rydells Farmerdrama MENSCHEN AM FLUSS ("The River", 1984). Danach verkörperte er den Meuterer Fletcher Christian in Roger Donaldsons Abenteuerepos DIE BOUNTY ("The Bounty", 1984) und einen charismatischen jungen Häftling in Gillian Armstrongs düsterer Romanze FLUCHT ZU DRITT ("Mrs. Soffel", 1984). Aber zweifellos war es schließlich die Fortsetzung der MAD-MAX-Reihe durch George Millers und George Ogilvies MAD MAX – JENSEITS DER DONNERKUPPEL ("Mad Max: Beyond Thunderdome", 1985) sowie Richard Donners LETHAL WEAPON – ZWEI STAHLHARTE PROFIS ("Lethal Weapon", 1987), Startschuss eines noch erfolgreicheren Action-Franchises, die seinen Weltstar-Status endgültig festigten.
Nach Hauptrollen in Robert Townes Krimi TEQUILA SUNRISE ("Tequila Sunrise", 1988), Richard Donners Sequel LETHAL WEAPON 2 – BRENNPUNKT L.A. ("Lethal Weapon 2", 1989), Roger Spottiswoodes Actionkomödie AIR AMERICA ("Air America", 1990) und John Badhams Actionkomödie EIN VOGEL AUF DEM DRAHTSEIL ("Bird on a Wire", 1990) gründete er mit Geschäftspartner Bruce Davey seine eigene Company Icon Productions, um Franco Zeffirellis Shakespeare-Adaption HAMLET ("Hamlet", 1990) produzieren zu können. Für seine Darstellung der Titelfigur zeichnete ihn die Folger Library in Washington, DC mit dem William Shakespeare Award aus. In der Folgezeit wirkte Gibson in einigen Icon-Projekten mit, darunter in Steven Miners Komödie FOREVER YOUNG ("Forever Young", 1992), Richard Donners Western MAVERICK ("Maverick", 1994), Brian Helgelands Rachethriller PAYBACK– ZAHLTAG ("Payback", 1999) und Nancy Meyers' Komödie WAS FRAUEN WOLLEN ("What Women Want", 2000).
Darüber hinaus spielt er aber auch weiterhin in Filmen mit, die von anderen Produktionsfirmen produziert werden. Dazu zählen etwa Ron Howards Thriller KOPFGELD ("Ransom", 1996), für den er in der Kategorie Bester Schauspieler in einem Filmdrama eine Golden Globe-Nominierung erhielt, und Richard Donners Thriller FLETCHERS VISIONEN ("Conspiracy Theory", 1997). Sein Debüt als Regisseur hatte Gibson bereits 1993 mit dem ebenfalls von Icon produzierten Drama DER MANN OHNE GESICHT ("The Man Without a Face", 1993) absolviert.
Im Jahr 2000 war Gibson der erste Filmstar, der in drei Filmen mitspielte, die im gleichen Jahr an den US-Kinokassen jeweils über 100 Millionen Dollar einspielten: Roland Emmerichs Abenteuerepos DER PATRIOT ("The Patriot", 2000), Peter Lords und Nick Parks Trickfilmabenteuerkomödie CHICKEN RUN – HENNEN RENNEN ("Chicken Run", 2000), in der Gibson dem Hahn Rocky seine Stimme lieh, und WAS FRAUEN WOLLEN ("What Women Want", 2000), eine romantische Komödie mit Helen Hunt. Für seine schauspielerische Leistung darin erhielt Mel Gibson eine Golden-Globe-Nominierung. 2002 spielte Gibson die Hauptrollen in Randall Wallaces Kriegsdrama WIR WAREN HELDEN ("We Were Soldiers") und M. Night Shyamalans Mysterythriller SIGNS – ZEICHEN ("Signs"), der weltweit über 400 Millionen Dollar einspielte.