Sie ist eine Königin des Independent-Films: Die 1967 geborene Emily Anita Watson. Gleich ihre erste Filmrolle, die Bess in Lars von Triers "Breaking the Waves" aus dem Jahr 1996, brachte ihr Oscar- und Golden-Globe-Nominierungen ein und wurde zu einer Sensation bei Kritikern und dem Arthouse-Publikum weltweit.

Dabei hatte die junge Emily Watson etliche Anläufe gebraucht, um überhaupt zur Schauspielschule zugelassen zu werden. Dennoch schaffte sie es 1992 zur Royal Shakespeare Company.

Nach ihrem großen Erfolg mit ihrem Filmdebut standen der Schauspielerin alle Türen im Filmgeschäft weit offen, doch Emily Watson blieb stets wählerisch. So lehnte sie etwa die Rolle der Elizabeth in Shekhar Kapurs gleichnamigem Film ab, die stattdessen Cate Blanchett zum Weltstar machte. Auch die Rolle der Amélie in Jean-Pierre Jeunets Film lehnte sie ab, obwohl der Regisseur sie anstelle der damit berühmt gewordenen Audrey Tautou haben wollte und die Rolle ursprünglich sogar Emily hieß.

Stattdessen spielte Emily Watson in ihrem zweiten Film, "Hilary & Jackie" von 1998, die labile und früh gestorbene Cellistin Jacqueline du Pré. Der kontroverse Film brachte ihr erneut eine Oscar-Nominierung ein.

Eine weitere ungewöhnliche Rolle war die der Lena Leonard in Paul Thomas Andersons "Punch Drunk Love". Der Film mit Adam Sandler wurde 2002 für die Goldene Palme nominiert und gewann den Preis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes für die Beste Regie.

Neben weiteren Filmrollen spielte Emily Watson auch weiterhin Theater. So stand sie 2002 für Regisseur Sam Mendes in England und den USA auf der Bühne und wurde für den Olivier Award nominiert.

Nach Ausflügen in den Mainstream-Bereich mit Brett Ratners "Roter Drache" und in das Science-Fiction-Genre mit "Equilibrium" neben Christian Bale widmete sich Emily Watson in den letzten Jahren den Kindern: Neben ihrer eigenen Tochter Juliet, die 2005 zur Welt kam, unterstützte Watson auch eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich gegen Gewalt gegen Kinder wendet.

Dazu spielte sie 2005 in der Kinderbuch-Verfilmung "Kreuzzug in Jeans", 2006 stand sie als Kinderbuch-Autorin Beatrix Potter vor der Kamera, und 2007 drehte sie die Verfilmung des Kinderbuchs "Mein Freund, der Wasserdrache" von Dick King-Smith.